HCP Terraform: Der alte Free-Plan endet – was nun?

4. März 2026 Thomas K.

Am 31. März 2026 endet der alte Free-Plan von HCP Terraform. Viele kleine Teams nutzen ihn seit Jahren, um State-Dateien und Runs zentral zu verwalten. Wir zeigen, was die Umstellung konkret bedeutet und wann sich ein Blick auf OpenTofu oder andere Plattformen lohnt.

Was ist passiert?

HashiCorp, seit Februar 2025 Teil von IBM, hat im Dezember 2025 angekündigt, den nutzerbasierten Legacy-Free-Plan von HCP Terraform einzustellen. Organisationen, die in den Einstellungen unter „Plan & Billing" noch als „Free (Legacy)" geführt werden, wechseln zum Stichtag automatisch in den sogenannten Enhanced Free Tier. Wer möchte, kann schon vorher über einen Hinweis im Produkt umsteigen. Zurück zum alten Plan geht es danach nicht mehr.

Der neue Free Tier erlaubt beliebig viele Nutzer, ist aber auf 500 verwaltete Ressourcen begrenzt. Abgerechnet wird bei HCP Terraform inzwischen generell nach „Resources Under Management": Jede Ressource mit dem Modus managed in einem von HCP Terraform verwalteten State zählt, sobald sie zum ersten Mal geplant oder angewendet wurde. Oberhalb des Free Tiers folgen die kostenpflichtigen Stufen Essentials, Standard und Premium, die pro Ressource und Monat berechnet werden. Laut Drittanbietern wie Spacelift erlaubt der Free Tier zudem nur einen gleichzeitigen Run – für Teams mit mehreren parallelen Pipelines kann das schnell zum Engpass werden.

An der Lizenz ändert sich nichts: Terraform steht seit August 2023 unter der Business Source License (BSL). Als offene Alternative gibt es OpenTofu, einen Fork unter der Mozilla Public License 2.0.

Warum betrifft Sie das?

Gerade im Mittelstand ist HCP Terraform oft „nebenbei" eingeführt worden: ein paar Workspaces, ein Remote State, fertig. Wer bisher wenige Nutzer, aber viele Ressourcen verwaltet hat, kann mit dem neuen Modell schnell an die 500er-Grenze stoßen. Dann stellt sich die Frage, ob die Kosten einer bezahlten Stufe gerechtfertigt sind – oder ob eine andere Lösung besser passt. Hinzu kommt: Wenn Sie ohnehin über einen Plattformwechsel nachdenken, ist der Stichtag ein guter Anlass, die Entscheidung bewusst zu treffen, statt sie sich vom Anbieter abnehmen zu lassen.

Was Sie jetzt tun sollten

  • Ressourcen zählen: Ermitteln Sie pro Workspace, wie viele verwaltete Ressourcen tatsächlich im State liegen. Ein erster Überblick gelingt lokal mit:
Terminal
terraform state list | grep -vE '(^|\.)data\.' | wc -l
  • Plan-Status prüfen: Schauen Sie unter „Plan & Billing" nach, ob Ihre Organisation noch als „Free (Legacy)" geführt wird.
  • Kosten hochrechnen: Vergleichen Sie Ihre Ressourcenzahl mit den aktuellen Preisen von Essentials, Standard und Premium – inklusive erwartetem Wachstum.
  • Parallelität bewerten: Wie viele Runs laufen bei Ihnen gleichzeitig, etwa bei mehreren Umgebungen oder Teams?
  • State sichern: Exportieren Sie vor jeder Umstellung die State-Dateien aller Workspaces.
  • Alternativen prüfen: OpenTofu ist weitgehend kompatibel zu Terraform und lässt sich in eigene CI/CD-Pipelines (GitHub Actions, GitLab CI, Azure DevOps) mit Remote State in S3 oder Azure Storage einbinden. Wer eine verwaltete Plattform bevorzugt, kann Spacelift, Scalr oder env0 vergleichen.
  • Lizenzfrage klären: Wenn Sie Terraform in eigenen Produkten oder für Kunden einsetzen, lohnt ein Blick auf die BSL-Bedingungen.

Fazit

Das Ende des Legacy-Free-Plans ist kein Grund zur Panik, aber ein guter Anlass für eine ehrliche Bestandsaufnahme. Für kleine Setups bleibt der Free Tier oft ausreichend. Wer mehr Ressourcen oder parallele Runs braucht, sollte die Kosten von HCP Terraform nüchtern gegen OpenTofu mit eigener Pipeline oder alternative Plattformen abwägen. Wenn Sie dabei Unterstützung bei Analyse oder Migration wünschen, sprechen Sie uns an.

Quellen